STATISTA

Staatskunst Pioniernutzung Repräsentation

About

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Von Mai bis Dezember 2019 untersucht STATISTA, wie gemeinwohlorientierte Zusammenarbeit im Bereich der Stadtentwicklung gelingen kann. In zehn Aktionsfeldern entwickelt das Projekt künstlerische Prototypen für eine auf Gemeingütern basierende Stadtgesellschaft.

Zwischennutzung führt hier nicht zu Gentrifizierung, sondern zu Verstetigung und Aufwertung im Interesse aller – im Sinne einer Staatskunst der Zukunft.

 

www.hausderstatistik.org

Projekte

BeeCoin

Bienen sind aufgrund ihrer komplexen sozialen Organisation schon seit der Antike Archetyp gesellschaftlichen Miteinanders. Politisch, so Aristoteles, seien die Bienen staatenbildenden Wesen, da ihre Arbeitsleistung einzig einheitlich und gemeinsam zustandekommt. Im Gegensatz dazu zeugt die sich stetig dezimierende Bienenartenvielfalt von menschlichem Versagen: geraubter Lebensraum, ätzende Pestizide, verschleppte Krankheitserreger und superindustrialisierte Landwirtschaft. Vor diesem Hintergrund versammelt das Beecoin-Projekt in einer Decentralized Autonomous Organization (DAO) menschliche sowie nicht-menschliche Akteure zum Erhalt der Bienen und ihrer Lebenswelt. Bienenvoölker werden mit Sensorik ausgestattet und damit Zeugen ihrer unermüdlichen Reproduktionsarbeit. Daten werden zum Fundament eines krypto-ökonomischen Systems, welches Ressourcen verteilt, um mit kleinen individuellen Beiträgen in größere Wirkräume zu expandieren.

Beecoin ist ein Kooperationsprojekt zwischen The Hiveeyes Project (Clemens Gruber, Karsten Harazim), Nascent (Max Hampshire, Paul Seidler), Moabees (Bärbel Rothaar, Elisa Dierson, Katja Marie Voigt) und KUNSTrePUBLIK (Harry Sachs, Matthias Einhoff, Philip Horst).
DAO wurde kollaborativ entwickelt von The Hiveeyes Project, Nascent und KUNSTrePUBLIK.
Die "Sensing Bees" Workshops werden von Moabees durchgeführt.

www.beecoin.de

fallingwild

Zur Frage von Tieren als Raumproduzenten und Stadtakteuren führt Labor K3000 Gespräche mit Akteuren aus den Bereichen Naturschutz, Biologie, Architektur, Bauindustrie und Stadtentwicklung, die als filmisches Dokument im Herbst 2019 erstmalig vorgestellt werden.
Dazu werden gestalterische Lösungen für die Fassade des Haus A des HdS entwickelt und erprobt, die vielfältige Nutzungen für unterschiedliche Spezies berücksichtigen.
Der Titel des Projektes bezieht sich auf Frank Loyd Wrights berühmtes Fallingwater Haus, das sich mit der umgebenden Natur in ästhetischer Hinsicht als dramatische Kulisse verbindet, aber keine Inter-Spezies Beziehungen berücksichtigte.

Ein Projekt von Labor k3000 (Brian Karp, Leonard Lesch, Peter Spillmann, Kolja Vennewald, Marion von Osten und Franziska Zahl). 

fallingwild.org

Musterhaus der Statistik

Ein ehemaliger Autoscooter wird zu einem multifunktionalen Gemeinschaftsort.

Als volkseigener „Gesellschafts“-Betrieb (VEGB) entsteht in diesem selbstgebauten und selbstverwalteten Ort für die Nachbarschaft neues Stadt- und Wohnmobiliar – hier gestaltet kollektive Autorenschaft öffentlichen Raum. Vom erweiterten Wohnzimmer zur Stadtteilwerkstatt, vom Seniorentanzcafé zum Hiphop-Tempel, vom Marktplatz zum Skater-Parcours. 

Hier finden regelmäßig die Tanzwerkstatt mit Ini Dill (jeden Donnerstag 19–21 Uhr), Yogastunden mit Sun Seeker e.V. (16.09. / 30.09., 19–20:15 Uhr), Filmabende, politische und nachbarschaftliche Diskussionen statt. Die aktuellsten Inhalte finden Sie unter "Programm".

 

Ein Projekt von openBerlin (Johanna Claus, Konrad Braun, Rocco Zühlke) und KUNSTrePUBLIK (Harry Sachs, Matthias Einhoff, Philip Horst)

Allesanderplatz

Mit dem Schriftzug „ALLESANDERSPLATZ“ überschreibt das HdS seinen Wunsch nach einem andersartigen Ort der staatskünstlerischen und nachbarschaftlichen Begegnungen.
Ausgehend vom Modell HdS wird auch die Stadtentwicklung des Alexanderplatzes in Frage gestellt. Ist der seit zwei Jahrzehnten verfolgte Masterplan wirklich zukunftsfähig? Kann eine Stadt als Kernraum zukünftiger Entwicklungen nur über die formale Plazierung von Hochhaustürmen definiert werden?
Hier wird der Masterplan Alexanderplatz neu programmiert. Welche Formen von Diversität, Inklusivität und Nachhaltigkeit müssen sich in einem „Allesandersplatz“ wiederfinden, damit die Utopie von Heute zur Stadt von Morgen wird?

Ein Projekt von KUNSTrePUBLIK (Harry Sachs, Matthias Einhoff, Philip Horst)

Voices.Stimmen – first recording

raumlaborberlin gründet mit der Songschreiberin und bedingungslosen Chorleiterin Bernadette La Hengst den Chor der Statistik.
Angesprochen werden alle Sing-Interessierten aus Stadtgesellschaft und Nachbarschaft. Der Chor gibt dem Veränderungsprozess um das HdS eine zusätzliche Stimme. Gemeinsam schreiben und singen die Teilnehmerinnen utopische Lieder über die Zukunft der Stadt, über Nachbarschaft und den Kiez rund um das HdS. Gleichzeitig handelt es sich um eine künstlerische Form, städtische Problematiken wie Mietpreissteigerung und Verdrängung zu adressieren.

Generalprobe: 4. September, 18–20 Uhr.
Auftritte während der STATISTA Präsentationswoche: 11. und 13. September, 18–20 Uhr.

Ein Projekt von raumlaborberlin (Andrea Hofmann, Frauke Gerstenberg, Markus Bader) und Bernadette La Hengst.

Taubentürme

Stadttauben haben im Laufe der Moderne ihre Konnotation als Symbol des Friedens und des heiligen Geistes verloren. Der Gemeinplatz “Ratten der Lüfte” gilt mehr denn je, nur geht es heute weniger um Krankheitserreger, sondern mehr um Stadtbild: Tauben gelten als fliegende Abwertung. Die Tauben des HdS leben in Europas wahrscheinlich größtem Taubenschlag. Mit dem Umbau des Hauses werden sie genötigt ihre Behausung aufzugeben.
KUNSTrePUBLIK baut in Zusammenarbeit mit der Tierschutzbeauftragten ein prototypisches Monument, einen Rückzugsort und eine ortsspezifische Skulptur: ein Taubenturm am HdS verleiht prominente Sichtbarkeit und ein funktionales Habitat. Er ist so konstruiert, dass Nistkästen an einem Fahnenmast durch einen Kettenzug befestigt sind und zur Fütterung absenkbar sind, um in Kooperation mit Stadttaubenvereinen langfristig betreut zu werden.

Ein Projekt von KUNSTrePUBLIK (Harry Sachs, Matthias Einhoff, Philip Horst)

Fries

Unser Leben 2020
bedruckte PVC Plane
Ab 1964 prägte DDR Künstler Walter Womacka die Gestaltung des Alexanderplatz. Der Brunnen der Völkerfreundschaft (1970) und das Kupferrelief Mensch und Raum (1971) gehen auf ihn zurück. Der dem HdS zugewandte Bildfries Unser Leben (1964) am Haus des Lehrers ist das flächenmäßig größte Kunstwerk Europas. Unser Leben 2020 verweist auf diese Arbeit; auch hier geht es um eine architektonische „Bauchbinde“, auch hier wird eine urbane Zukunftsvision bzw. Bestandsaufnahme dargestellt. Allerdings basiert diese Geste – unter der Federführung von Sandy Kaltenborn (image-shift) & Steffen Schuhmann (anschlaege.de) – auf Interaktionen mit der Nachbarschaft des HdS, mit Aktivisten und Kulturschaffenden. Sie bezieht Position zur Neugestaltung des Alexanderplatz, das vielleicht kontroverseste Stadtentwicklungsprojekt Berlins. Bis heute ist die Hochhausbebauung des Kollhoff-Masterplans prägend, und wird punktuell umgesetzt. Kann die Gestaltung eines Stadtzentrums auf die Logik des Standortwettbewerbs und der Skyline-Ästhetik basieren, ohne auf Kriterien des Gemeinwohls und der Nachhaltigkeit zu achten?

Konferenz

Die STATISTA-Präsentationswoche gipfelt in einer internationalen Konferenz mit unabhängigen Projekten, die den städtischen Raum und spezifische Nachbarschaften aktiv gestalten: Campus in Camps, CATPC (Cercle d’Art des Travailleurs de Plantation Congolaise), Chto Delat, ExRotaprint, Khalil Sakakini Cultural Center, MACAO, Nachbarschaftsakademie Prinzessinnengärten, PlanBude und ruangrupa. Im Zentrum der Konferenz steht die Frage nach einer Nachhaltigkeit künstlerisch-partizipativer Interventionen im öffentlichen Raum, auch für die konkreten Quartiere. Wie kann das Initial einer künstlerischen Geste in langfristige Perspektiven überführt werden?

Sprache:
Englisch

Anmeldung unter:
booking@allesandersplatz.berlin

 

PROGRAMM

13 SEP, 10–21 Uhr / 10 am–9pm 
Workshops mit / with Campus in Camps, CATPC,  MACAO 

14 SEP, 10–13 Uhr / 10 am–1 pm 
Workshop mit / with Nachbarschaftsakademie Prinzessinnengärten

14 SEP, 14—18 Uhr / 2—6pm 
Präsentationen von / Presentations by Campus in Camps, Cercle d’Art des Travailleurs de Plantation Congolaise, ExRotaprint, MACAO
19–21:30 Uhr / 7–9:30 pm
Abendworkshop mit / evening workshop with PlanBude

15 SEP, 10–13 Uhr / 10 am–1 pm
Spaziergang mit  / walking tour with ExRotaprint

15 SEP, 14—18 Uhr / 2—6pm 
Präsentationen von / Presentations by Chto Delat, Nachbarschaftsakademie Prinzessinnengärten, PlanBude,  ruangrupa, Khalil Sakakini Cultural Center
Ab 19 Uhr / from 7 pm
Abschlussrunde / concluding session 

16 SEP, 10–21 Uhr  / 10 am–9pm 
Workshops mit /  with Chto Delat, Sakakini Cultural Center,  ruangrupa

 

Download detailiertes Konferenz-Programm

Dokumentationsraum

DOKUMENTATIONSRAUM

Bis zum 6. Oktober im Haus A.
Öffnungszeiten: donnerstags bis sonntags 13–19 Uhr, mit einer kostenlosen Führung um 19 Uhr.

Während die Arbeiten von einem Dutzend Beitragenden sich im gesamten Gebäudekomplex des HdS befinden, stellen neun weitere Kollektive ihre Materialien im Dokumentationsraum des HdS aus.
Zusammen mit der STATISTA Konferenz vom 13. bis 16. September gewähren diese einen transnationalen Einblick in kollektive Praktiken in Palästina, Jakarta, Kreuzberg und darüber hinaus. Zu den Dokumentationen gehören Fanzines, Manifeste, Bücher, Kunst, Fundstücke, Merchandising, Filme, Pralinen, Presse und Propaganda. Im Geiste der HdS Initiative wird Bausubstanz funktional wiederverwendet; so wurden etwa Bürotüren zu Teilen des modularen Displays.

Eine zehnte Initiative, die in diesem Dokumentationsraum vorgestellt wird, ist das HdS selbst. Der gastgebende Ort stellt unsere gemeinsamen Ziele mit grosser Klarheit dar: die Umverteilung von kulturellen und finanziellen Ressourcen, mittels neuen Infrastrukturen als Gemeinbesitz.

Programm
Blog

Blog

Hier entstehen Beiträge von Studierenden der Europa Universität Viadrina Frankfurt (Oder) & Institut Kunst im Kontext – Universität der Künste Berlin. Thematischer Schwerpunkt: „Verstetigung als künstlerischer und stadtpolitischer Prozess“. Dies in Form von einem Glossar, Interviews, FAQs, (Miss-)Erfolgsszenarien u.a.m. ...

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KONTAKT@ALLESANDERSPLATZ.BERLIN

STATISTA Pressemappe September 2019

 

Statista ist ein eigenständiges Projekt vom ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik und den KW Institute for Contemporary Art und ohne Verbindung zur Statista GmbH und ihren unternehmerischen und sonstigen Aktivitäten.